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Einführung
Die Komposition entstand auf Anregung von Wilfried Hesse, dem Cellisten, der 1990 Aposiopesis uraufgeführt hatte, für das Cello-Orchester der schleswig-holsteinischen Musikschulen. Für dieses Laien-Orchester formulierte er die Auflagen, die Cello-Stimmen sollten nur in der 1. bis 4. Lage verwendet werden, ungewöhnliche Spieltechniken sollten nicht zu schnell aufeinander folgen, das Stück sollte keine überaus komplizierten Rhythmen enthalten und für nicht mehr als acht unabhängige Stimmen komponiert sein.
Das Stück besteht aus sechs etwa gleichlangen Abschnitten. Das Grundtempo wird von Abschnitt zu Abschnitt im Verhältnis 3:2 langsamer – beginnend mit ♩ = 240 im ersten Abschnitt bis zum Tempo ♩ = 32 im letzten. Die jeweiligen Tempi sind zum Teil über längere Zeit gleichzeitig präsent. Auf diese Weise bilden sich langgestreckte Tempoübergänge.
Der erste Abschnitt geht von einer quasi-vibrato Klangfläche der acht Celli aus, die nach und nach in Bewegung geraten und dabei zum Glissandieren übergehen. Der Prozess wird unterbrochen durch clusterartige Akkordpunkte in unregelmäßiger, pausendurchsetzter Abfolge. Dann setzt ein längerer Glissandoprozess ein. Die Bewegungen sind genau organisiert, so dass Cluster-Flächen mit Kreuzungspunkten im Einklang wechseln. Gemeinsame und auch gegenläufige Richtungen werden dabei eingeschlagen, siehe Graphik. Der Prozess endet im Einklang.

Der zweite Abschnitt nimmt die tonale Bewegung des Anfangs auf, jetzt allerdings nicht als Vibrato, sondern als portato abgesetzte Töne, die sich - Instrument für Instrument – beschleunigen und in eine Trillerbewegung übergehen. Dieser Prozess ist dynamisch und durch unterschiedliche Spielweisen gegliedert. Aus der Trillerfläche steigen nach und nach immer mehr Instrumente aus und beginnen im Tempo des dritten Teils mit Wechselnoten in unterschiedlichen Intervallen, zum Teil mit den Fingern auf dem Griffbrett angeschlagen, zum Teil gezupft oder mit der Bogenstange angeschlagen.
Im dritten Teil erweitern sich die Wechselnotenfiguren um weitere Töne, die sich in unterschiedlichen Periodenlängen und in ihrer Abfolge variiert zu einer durchbrochenen relativ statischen Fläche summieren.
Ohne Übergang beginnt der vierte Teil, der sich aus dem Unisono zu einem symmetrischen Klang erweitert. Dabei werden unterschiedliche Vibrati verwendet, die zu einer inneren Bewegung werden.
Aus dem Einklang schält sich eine zunächst einstimmige espressivo-Melodie mit auskomponiertem Echo heraus, zu der später eine Gegenstimme hinzutritt.
Über dem Endpunkt dieser Melodie, der als sehr leiser Flageolett-Dauerton bis zum Schluss stehenbleibt, spielen die anderen Spieler im letzten Abschnitt ein Geflecht von leisen Geräuschen.
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